Lehrveranstaltungen (WiSe 2020/21)

"Weihnachtsouvertüren". Kindheitserzählungen des Neuen Testaments und der Alten Kirche

Dr. Markus Lau

Kurzname: Kindheitserzählungen
Kursnummer: 01.086.1125

Voraussetzungen / Organisatorisches

Modul 11 (MEd): Vertiefung Exegese / Biblische Theologie und Kirchengeschichte (Vertiefende Vorlesung Exegese / Biblische Theologie)
Modul 16 (Mag.Theol.): Vertiefung im Bereich des Alten und Neuen Testaments (Vertiefende Vorlesung I)
Modul B8 (Beifach Theologie): Vertiefung AT und NT
Diplomstudium: NT-Exegese

Digitale Lehre

Die Vorlesung wird in digitaler Form durchgeführt. In Moodle finden sich jeweils zu Beginn der Vorlesungswoche die aufgezeichneten Vorlesungspodcasts, so dass die Vorlesung überschneidungsfrei gehört werden kann. Zusätzlich findet jede Woche am Freitag (14-15 Uhr) eine Onlinesprechstunde an, so dass auch die Möglichkeit zum direkten Austausch besteht. Nach Absprache sind auch alternative Termine möglich.

Inhalt

Das aus der Musikwissenschaft bekannte Prinzip der Ouvertüre, in der für die Hörer bereits wichtige Themen aus dem folgenden Stück anklingen, sodass sie im Ohr bleiben und das Publikum eine Form des auditiven Deja-vu-Effekts erleben kann, lässt sich mit einigem Recht auf die sogenannten Weihnachtsgeschichten, besser: die Kindheitserzählungen des Neuen Testaments übertragen. Auch in ihnen klingen zentrale Themen und Motive der jeweiligen Jesusgeschichten an, die dann bis hin zu den Ostererzählungen entfaltet werden. Die Kindheitsgeschichten erzählen insofern weit mehr als nur die Weihnachtsgeschichte, sie erzählen mehr als die Vorgeschichte, die Geburt und die ersten Lebensjahre Jesu. Und wenn man es genau nimmt, dann erzählen sie von der Geburt Jesu selbst eigentlich gar nichts. Sie findet letztlich immer zwischen den Zeilen statt, wird aber selbst nie erzählt. In unserer Vorlesung wollen wir uns mit den klassischen Kindheitsgeschichten des NT (Mt 1–2; Lk 1–2) intensiv beschäftigen, nehmen die besondere Menschwerdungsgeschichte des Johannesevangeliums (Joh 1,1–18) in den Blick, schauen aber auch über den kanonischen Tellerrand und thematisieren apokryphe Kindheitsgeschichten, deren Wirkungsgeschichte (etwa in Form von Krippenlandschaften) weit besser bekannt ist, als die Texte selbst, und fragen schließlich auch, warum die älteste Jesuserzählung des NT, das Markusevangelium, ohne erkennbare Kindheitsgeschichte auskommt.

Empfohlene Literatur

R. E. Brown, The Birth of the Messiah. A Commentary on the Infancy Narratives in Matthew and Luke, Garden City (NY) 1977.
H.-J. Klauck, Vorspiel im Himmel? Erzähltechnik und Theologie im Markusprolog (BThSt 32), Neukirchen-Vluyn 1997.
M. Konradt, Das Evangelium nach Matthäus (NTD 1), Göttingen 2015.
U. Luz, Das Evangelium nach Matthäus. 1. Teilband: Mt 1–7 (EKK I/1), Düsseldorf/Neukirchen-Vluyn (5. Aufl.) 2002.
M. Mayordomo, Den Anfang hören. Leserorientierte Evangelienexegese am Beispiel Matthäus 1–2 (FRLANT 180), Göttingen 1998.
G. Schneider (Hg.), Apokryphe Kindheitsevangelien (FC 18), Freiburg i. Br. 1995.
K. Wengst, Das Johannesevangelium. 1. Teilband: Kapitel 1–10 (Theologischer Kommentar zum Neuen Testament 4/1), Stuttgart 2000.
M. Wolter, Das Lukasevangelium (HNT 5), Tübingen 2008.

Zusätzliche Informationen

Wir bitten Sie zu beachten, dass diese Lehrveranstaltungen im WiSe 2020/21 in digitaler Form angeboten wird.

Termine:

Datum (Wochentag)UhrzeitOrt

Semester: WiSe 2020/21