Forschung

Schwerpunkte in der Forschung

  • Synoptische Evangelien (besonders: Matthäusevangelium, Spruchevangelium Q)
  • Das Neue Testament und seine Welt (Umwelt, Zeitgeschichte, Archäologie)
  • Neutestamentliche Methodenfragen

Projekte

  • Defixionum tabellae, κατάδεσμος und Gebete um Gerechtigkeit als relevante Kontexte neutestamentlicher Textwelten (zusammen mit Markus Lau [Fribourg] und Susanne Luther [Mainz]): https://defixiones.uni-mainz.de/

Dissertation

Michael Hölscher, Matthäus liest Q. Eine Studie am Beispiel von Mt 11,2–19 und Q 7,18–35, Diss. masch. Mainz 2015, 325 S.

Die Dissertation wagt einen Blick hinter die Kulissen des ersten Evangeliums, indem sie sich mit der Frage nach der Art und Weise der Quellenbearbeitung des Matthäus beschäftigt. Insbesondere das Spruchevangelium Q ist dabei im Blick. Matthäus verarbeitet es neben dem Markusevangelium und einigem Sondergut in seiner Jesusgeschichte. In der Forschung wird rege diskutiert, ob Matthäus sich loyal zur Tradition des Markusevangeliums verhält und sich entsprechend eher in der Tradition des Markus verorten möchte (J. Andrew Doole) oder ob Matthäus doch eher mit dem Spruchevangelium Q sympathisiert (Linden E. Youngquist) und die Trägergruppe des Matthäus möglicherweise sogar in soziologischer Kontinuität zur Q-Gruppe steht (J. M. Robinson und P. Foster). Zentraler Gegenstand dieser Untersuchung ist die Perikope Mt 11,2–19 par. Q 7,18–35. Sie wird intensiv analysiert und dient als Musterbeispiel für die matthäische Quellenbearbeitung. Insofern diese Perikope im in dieser Arbeit erstmals gründlich erhellten Raumkonzept und somit im szenischen Gesamtaufriss des Matthäusevangeliums verortet wird, kommt der matthäische Text über Mt 11,2–19 hinausgehend insgesamt in den Blick.

Die Dissertation lässt sich inhaltlich zwischen den beiden von Doole und Youngquist abgesteckten Positionen verorten, weil sie über die quellenorientierte Perspektive hinaus auch die ganz eigenen, spezifisch matthäischen Akzentsetzungen im Umgang mit den Quellen zu erheben sucht. Dabei kommt unter anderem zum Vorschein, dass Matthäus seine Quellen eher in Orientierung an einem ihm eigenen Konzept verarbeitet, das eine starke Orientierung an räumlichen Strukturen aufweist. Nicht zuletzt die szenische Verortung der Perikope Mt 11,2–19 par. Q 7,18–35 im Kontext „ihrer Städte“ (Mt 11,1–14,12) zeigt dies anschaulich.